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Erobert, aufgebraucht, weggeworfen und mit etwas Glück recycelt. Der Lauf der Dinge.Und es trifft auf alles zu. Auf Gegenstände, auf Lebewesen, sogar auf Religion.
Alles, worum man zuvor so mühevoll geworben und sich erkämpft hat, wird gnadenlos ausgeschlachtet sobald man es erreicht.
Beispiel 1: Kaffeefilter
Er soll uns reinen, wohl schmeckenden Kaffee bescheren. Soll das dreckige Pulver zurückbehalten und das gute Getränk durch seine Poren gleiten lassen. Gesagt getan, alles gute wird durch den Filter geschwemmt, den Dreck, den Rotz kann er behalten. Verbraucht, fertig, ab in den Müll.
Beispiel 2: Hamster
Keiner braucht Hamster, außer einsamen Nerds und kleinen Kindern die es endlich geschafft haben, ihren Eltern ein Haustier ab zu schwatzen. Der Käfig wird angeschafft, das Futter, das Tier. Die ersten Tage wird es nicht in Ruhe gelassen, findet keinen Schlaf, wird gequetscht und vorgezeigt und nur wenige Wochen später liegt es verdurstet im Käfig. Hamster auf den Müll, Käfig recycelt.
Beispiel 3: Engel
Was würde man nicht für einen Engel geben? Man betet, versucht sich in christlichem Benehmen und glaubt und glaubt mit aller Macht an Gottes Gnade.
Doch würde es tatsächlich ein Engel auf diese Welt herabziehen, sie – die Christen - würden sich auf ihn stürzen, wie ein Stück Beutefleisch. So lange ersehnt, so schön, so rein. Jeder möchte ein Stück des Engels haben: Kleidung, Haare, Hautfetzen. Ihn anfassen und ficken ficken ficken, immer wieder, weil er so herrlich rein scheint.
Und was bleibt, ist nichts anderes als ein weiterer verbrauchter Gegenstand, eine ausgelutschte, schmutzige Seele und ab damit zum Müll. Vielleicht kann man den Körper ja noch brauchen. Ab damit ins Hurenregal. Engel verbraucht, Körper recycelt.
Und heute, fühle auch ich mich auch mal wieder wie recycelt. Es ist früh am Morgen, laut der Anzeige kurz nach 3 Uhr.
Er ist gegangen, hat einfach die Tür hinter sich zugezogen ohne noch einmal zu mir aufs Bett zu blicken. Die Stelle um den rechten Mundwinkel tut immer noch weh, der Punch war ziemlich hart. Hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass der Typ auf so brutale Scheiße stand. Selbs Schuld. Immerhin kann ich halbwegs sitzen.
Keine Muse mir die Kleidung wieder anzuziehen. Das Lacken wechsle ich Morgen. Ja, Morgen wird alles neu gemacht. Das Bett, mein Aussehen.
Wen interessiert denn noch das Abenteuer von letzter Nacht?
Die liebevollen Säuseleien, das Fieber, das Verlangen.... Alles verbraucht und uninteressant. Aber so war nun einmal der Lauf der Dinge.
Ich nehme mir eine Zigarette, ich verleibe sie mir ein und später werde ich die abgebrannten Reste im Aschenbecher zerdrücken und wegwerfen. Vielleicht sollte ich versuchen zu schlafen, aber zunächst werde ich mich einmal ganz gepflogen übergeben. Mir is schlecht. Das alles macht mich krank. Genug fürs erste. Over and Out~
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