Requiem's Blog ( a Fake-Blog )

20.12.2010 - Automatik

Kennt ihr das, wenn man morgens aufsteht und das Gefühl hat man sei gar nicht wach und der Körper läuft auf Automatik? Die Augen noch gar nicht richtig geöffnet findet der Körper dennoch seinen Weg zu Toilette und Badezimmer um sich langsam unter der warmen Dusche aufzuladen wie an einer Steckdose.

Nachdem das Mindestmaß an IQ wieder hergestellt wurde und man sich im Spiegel wieder als Mensch identifizieren kann meldet sich auch schon der nächste Trieb: Essen.

In der Küche schiebt man sich Appetitlos ein Toast in den Magen, den man mit einem großen Schluck Kaffee hinab spült.

Dieses Drama spielt sich bei mir an fast jedem Morgen meines Daseins ab. Ich bezeichne diesen Zustand bewusst nicht als „Leben“ - „Existieren“ trifft es doch eher.

Und man existiert immer weiter, jeden Tag die selbe Routine.

Aufstehen, duschen, essen, zur Arbeit gehen und sich in dieses kleine Büro einpferchen. Einreihen wie eine Sau im Schlachtgatter. Und dann sitzt man da in diesem Stall, um sich herum das Husten und stöhnen der Kolleginnen und Kollegen die wie Zombies auf die Bildschirme ihrer Computer starren. Auf den Tischen stapeln sich die leeren Verpackungen von Fastfood und Süßigkeiten, leere Kaffeebecher, Thermoskannen.

Alles Treibstoff für den menschlichen Motor. Und die Uhr tickt gnadenlos. Macht keinerlei Anstalten sich ein wenig zu beeilen. Die von Kaffeearoma und Schweiß geschwängerte Luft wird mit jedem Atemzug dicker und stickiger.

Lichtblick Mittagspause. Die Zombies stehen plötzlich beinahe gleichzeitig auf, seufzen erleichtert, lächeln sich darüber beschämt an und gehen ihren Weg in Richtung Kantine. Die Schweine brauchen Futter! Bei manchen hat man schon den Eindruck, der Bürostuhl könnte an ihren fetten Ärschen kleben bleiben. Ich habe keinen Hunger vor lauter Ekel. Gehe nur eine rauchen.

Und so sitzt man dann da, in seiner ganz persönlichen Hölle aus Computern, Akten und Kugelschreibern, um die man sich ja schließlich einst schriftlich beworben hat, und wartet auf etwas. Auf Luft, auf Leben, auf den Feierabend?


Nach Stunden der erzwungenen Produktivität, darf man endlich das Gebäude verlassen.

Das Gatter wird geöffnet.

Bin endlich zu Hause. Das von Sperma und Blut befleckte Lacken befindet sich in der Waschmaschine. Die Büro taugliche Kleidung liegt über dem Stuhl und ist einem bequemeren Outfit gewichen. Heute Abend muss ich wieder raus. Ich sehne mich nach Leben. Nach feiern, trinken, tanzen, einfach sein-dürfen. Das gerade erarbeitete Geld ausgeben.

Vermutlich wird es wie jeder Abend sein. Ich gehe in einen Club, trinke etwas, tanze, vielleicht schmeiße ich mir etwas ein und wenn es gut läuft ziehe ich mir einen Typen oder eine Tussi an Land und verbringe mit ihm oder ihr die Nacht. Eine halbe Stunde das Gefühl haben, das tatsächlich zu Leben, wenn man beim Orgasmus einen kleinen Tod stirbt. Der Beweis, dass Blut durch diese Adern fließ- nur eben ohne dass man sich selbst schneiden muss. Eine Methode, die ich mir im Übrigen abgewöhnt habe da es auf Dauer doch unangenehm ist, auf die Narben angesprochen zu werden.

Obwohl es auch einige schräge Typen gibt, die darauf abfahren. Es mache einen interessant. Abgefahrene Scheiße.

Dann werde mich ich jetzt also in den ewigen Kreislauf des recycelns fügen. Ich will mehr. Irgendwie ausbrechen. Ich werde einen Weg finden. Eines Tages. Wir lesen uns.

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20.12.2010 - Recycling

Erobert, aufgebraucht, weggeworfen und mit etwas Glück recycelt. Der Lauf der Dinge.Und es trifft auf alles zu. Auf Gegenstände, auf Lebewesen, sogar auf Religion.

Alles, worum man zuvor so mühevoll geworben und sich erkämpft hat, wird gnadenlos ausgeschlachtet sobald man es erreicht.


Beispiel 1: Kaffeefilter

Er soll uns reinen, wohl schmeckenden Kaffee bescheren. Soll das dreckige Pulver zurückbehalten und das gute Getränk durch seine Poren gleiten lassen. Gesagt getan, alles gute wird durch den Filter geschwemmt, den Dreck, den Rotz kann er behalten. Verbraucht, fertig, ab in den Müll.


Beispiel 2: Hamster

Keiner braucht Hamster, außer einsamen Nerds und kleinen Kindern die es endlich geschafft haben, ihren Eltern ein Haustier ab zu schwatzen. Der Käfig wird angeschafft, das Futter, das Tier. Die ersten Tage wird es nicht in Ruhe gelassen, findet keinen Schlaf, wird gequetscht und vorgezeigt und nur wenige Wochen später liegt es verdurstet im Käfig. Hamster auf den Müll, Käfig recycelt.


Beispiel 3: Engel

Was würde man nicht für einen Engel geben? Man betet, versucht sich in christlichem Benehmen und glaubt und glaubt mit aller Macht an Gottes Gnade.

Doch würde es tatsächlich ein Engel auf diese Welt herabziehen, sie – die Christen - würden sich auf ihn stürzen, wie ein Stück Beutefleisch. So lange ersehnt, so schön, so rein. Jeder möchte ein Stück des Engels haben: Kleidung, Haare, Hautfetzen. Ihn anfassen und ficken ficken ficken, immer wieder, weil er so herrlich rein scheint.

Und was bleibt, ist nichts anderes als ein weiterer verbrauchter Gegenstand, eine ausgelutschte, schmutzige Seele und ab damit zum Müll. Vielleicht kann man den Körper ja noch brauchen. Ab damit ins Hurenregal. Engel verbraucht, Körper recycelt.


Und heute, fühle auch ich mich auch mal wieder wie recycelt. Es ist früh am Morgen, laut der Anzeige kurz nach 3 Uhr.

Er ist gegangen, hat einfach die Tür hinter sich zugezogen ohne noch einmal zu mir aufs Bett zu blicken. Die Stelle um den rechten Mundwinkel tut immer noch weh, der Punch war ziemlich hart. Hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass der Typ auf so brutale Scheiße stand. Selbs Schuld. Immerhin kann ich halbwegs sitzen.

Keine Muse mir die Kleidung wieder anzuziehen. Das Lacken wechsle ich Morgen. Ja, Morgen wird alles neu gemacht. Das Bett, mein Aussehen.

Wen interessiert denn noch das Abenteuer von letzter Nacht?

Die liebevollen Säuseleien, das Fieber, das Verlangen.... Alles verbraucht und uninteressant. Aber so war nun einmal der Lauf der Dinge.

Ich nehme mir eine Zigarette, ich verleibe sie mir ein und später werde ich die abgebrannten Reste im Aschenbecher zerdrücken und wegwerfen. Vielleicht sollte ich versuchen zu schlafen, aber zunächst werde ich mich einmal ganz gepflogen übergeben. Mir is schlecht. Das alles macht mich krank. Genug fürs erste. Over and Out~

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Über mich

Wieder ein Blog mehr, der in den unendlichen weiten der Datenmassen, im Universum der Einsen und Nullen sinnlos vor sich hin existiert. Was will ich damit bezwecken? Keine Ahnung. Wer soll diese Scheiße lesen? Keine Ahnung! Du tust es doch schließlich auch, oder? Wer jetzt weiter liest ist selbst Schuld, auf Kritik in den Kommentaren verzichte ich bereitwillig. Wem das hier nicht schmeckt, der hat Pech. Ich werde mich hier nicht selbst zensieren.... Willkommen in meinen Konfusen Gedanken.

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